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Warum & wann braucht man einen Startup CFO?
Verfasst von Dr. Michal Dallos
Warum Startup-CFO?

Das Wichtigste gleich am Anfang: ein CFO ist kein Luxus, den man sich für Investoren oder Banken zulegt, um diese bei Laune zu halten. Vielmehr ist er jener Zahlenmensch, der für Transparenz und Planungssicherheit sorgt, die Wirtschaftlichkeit des Startups stets im Blick behält und somit für Vertrauen bei allen Stakeholdern sorgt. Darüber hinaus ist er ein wichtiger Sparringpartner für den CEO.

Was ist eigentlich ein CFO?

Die Bezeichnung CFO leitet sich aus dem Anglosächsischen ‚Chief Financial Officer‘ ab und bezeichnet somit den kaufmännischen Leiter eines Unternehmens. Die Position eines CFOs ist nicht automatisch mit einer handelsrechtlichen Vertretungsbefugnis verbunden, d.h. der CEO behält nach wie vor die volle Entscheidungsgewalt über sein Unternehmen.

Neben den traditionellen Themen wie Liquiditätsplanug, Controlling, Buchhaltung und Finanzplanung übernimmt ein CFO oft auch weitere Aufgaben wie IT und prozesslastige Teile der Unternehmensorganisation.

Im Falle eines Startup CFOs kommen natürlich viele startup-spezifische Aufgaben dazu: Fundraising, Investor Relations, KPI Entwicklung und zahlenbasierten Wachstumsstrategien. In unserem Fall ‚as a Service‘ – wann und so viel wie Du brauchst.

Was sind die Schwerpunkte eines Startup CFO?

Startups sind anders – so auch ein Startup CFO! Der Hauptfokus beim Startup liegt auf der Liquiditätsplanung und Liquiditätsüberwachung, denn meist ist das Geld in jungen Unternehmen sehr knapp. Viele Startups verfolgen skalierbare Geschäftsmodelle mit hoher Geschäftsdynamik, deswegen ist eine schnelle und flexible Datenanalyse & KPI-Analyse von großer Bedeutung, um konstant den eingeschlagenen Kurs zu verstehen und zu überprüfen.

Da die meisten Startups eine gewisse Zeit benötigen, um profitabel zu werden, hängen sie vom externen Geld der Investoren ab. Diese stellen die Finanzmittel meist im Rahmen einer Kapitalerhöhung (Geld gegen Anteile) dem Startup zur Verfügung. Der CFO kümmert sich im Zusammenhang mit dem Fundraising um folgende Themen: Unternehmensbewertung, Due Dilligence und finanziellen Planungsteil des Pitch Decks. Nach dem erfolgreichen Investment sind Investor Relations ein zentrales CFO Thema.

Zu guter Letzt sorgt ein CFO für mehr Ordnung, für Entlastung des CEOs und des operativen Teams und ist ein wichtiger strategischer Sparringpartner des CEOs.

Was ist das Spezielle an einem Startup CFO?

Startups sind kleine, jedoch dynamische Organisationen, die meist wenig von Struktur halten. Die täglich gelebte agile Netzwerkorganisation, Trial & Error Kultur und hohe Flexibilität sind der Motor der Unternehmung. Mit der Zeit jedoch etablieren sich Vorgehensweisen, die die eigene Dynamik nicht mehr tragen können. Beispiele:

  • Liquidität: Am Anfang konnte man noch mit einem Handzettel den Stand der Liquidität nachvollziehen, da es nur wenige Zahlungen gab. Nach dem der ‚Zug einmal fährt‘, muss man zwischen diversen Zahlungszielen der Lieferanten und Kunden, Zahlungsfristen der Behörden (Steuern, Sozialabgaben und sonstige Gebühren) und einem Kapitalbedarf von Investoren den Überblick behalten. Da alles immer anders kommt als geplant, ist eine kontinuierliche Anpassung der Liquiditätsplanung notwendig.
  • Organisation und Prozesse: Am Anfang hat sich jeder im Team eine Aufgabe geschnappt und diese erledigt. Mit der steigenden Zahl und Mannigfaltigkeit der Aufgaben blieb entweder einiges liegen, oder wurde doppelt bearbeitet. Klingt das bekannt?
  • Team: Am Anfang hat im Gründerteam noch jeder alles mitbekommen und gewusst. Das ändert sich jedoch sehr schnell, wenn das Team größer und die Aufgaben komplexer werden. Nichts frustriert mehr als unwissend außen vor gelassen zu werden.

Wie kann der Startup CFO bei diesen Aufgaben helfen?

  • Indem er den Finanzbereich schrittweise aufgebaut und somit für die Professionalisierung von Liquiditätsplanung, Budgeting, Controlling und Investor Relations sorgt.
  • Bei prozess- und organisationsbezogenen Themen sollte der Startup CFO Strukturen einführen, die für Ordnung sorgen, jedoch nicht das Startup in seiner Kreativität und Agilität behindern.
  • Die Basis für jede Kommunikation im Team sind verlässliche und belastbare Informationen. Diese kommen zum großen Teil aus dem Finanzbereich und beinhalten Informationen über die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einzelner Projekte oder Produkte. Individuell an das Startup angepasste KPIs ermöglichen ein kontrolliertes Wachstum und gewährleisten einen guten Informationsfluss im Startup Team.